MITTEILUNG: SPOJI gratuliert Stadtsenat zum Beschluss der Gedenktafel

SERBIAN

|| СРПСКИ ||

Im Jahr 2010 starteten der Sozialdemokratische FreiheitskämpferInnenbund Tirol und der Serbisch Orthodoxe Jugendverein Innsbruck (SPOJI) gemeinsam die erste Initiative in Bezug auf Diana Budisavljević (geborene Obexer) und versuchten damals zu erreichen, dass eine Gedenktafel an ihrem Geburtshaus in der Maria-Theresien-Straße angebracht wird.
Was damals nicht gelungen ist, wurde durch das erneute Aufgreifen dieses Themas durch die Stadt Innsbruck zu Beginn dieses Jahres, nach langer aber konstruktiver Diskussion, die auch internationales Interesse geweckt hat, nun erfolgreich und einstimmig im Stadtsenat beschlossen.

Die Mitglieder des Vorstandes des Jugendvereins SPOJI haben mit folgendem Schreiben den Mitgliedern des Stadtsenates und Kulturausschusses der Stadt Innsbruck dazu gratuliert:

Innsbruck, am 24. November 2020


Sehr geehrte Mitglieder des Stadtsenates der Stadt Innsbruck,

sehr geehrte Mitglieder des Kulturausschusses der Stadt Innsbruck,

sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

hiermit wollen wir Ihnen zum einstimmigen Beschluss bzgl. der endgültigen Textversion für die Gedenktafel für Diana Budisavljević (geb. Obexer), der am 18. November 2020 im Stadtsenat beschlossen wurde, gratulieren. Darüber hinaus gratulieren wir Ihnen auch zu all den mutigen Entscheidungen, die in den letzten Wochen getroffen wurden und einen erheblichen Beitrag zu einer lebendigen Erinnerungskultur in Innsbruck beitragen.

Nach der Umbenennung des Kindergartens in der Reichenau, der von nun an den Namen „Diana Budisavljević“ tragen wird, freuen wir uns besonders, dass es nun zu einer Entscheidung über den Text zur Gedenktafel für Diana gekommen ist. Wie Sie bereits wissen, haben wir gemeinsam mit dem Sozialdemokratischen FreiheitskämpferInnenbund Tirols bereits 2010 die erste Initiative gestartet und versucht eine Gedenktafel an ihrem Geburtshaus in der Maria-Theresien-Straße anzubringen. Damals ist uns das nicht gelungen. Jetzt, nach 10 Jahren, nachdem die Stadt Innsbruck Anfang dieses Jahres dieses Thema wieder aufgegriffen hat, hat es endlich funktioniert, wofür wir allen Beteiligten innerhalb der Stadt Innsbruck und auch außerhalb sehr dankbar sind.

Wir bedanken uns auch für die lange, aber faire und konstruktive Diskussion, die wir in diesem Jahr über den Text für die Gedenktafel führen konnten und an der sich, wie die meisten bereits wissen, auch viele Experten zum Thema „Aktion Diana Budisavljević“ und Erinnerungskultur sowie einige von ihr, vor dem Völkermord, geretteten Kinder, beteiligt haben. Dieser Austausch gehört unserer Meinung auch zu einer gelebten Erinnerungskultur dazu und sollte als ein sehr positiver Punkt betrachtet werden.

Es freut uns sehr, dass Sie sich für die Schreibweise des Namens von Diana Budisavljević entschieden haben, die auch an ihrem Grabstein am Innsbrucker Westfriedhof zu finden ist. Vielmehr drücken wir Ihnen mit diesem Schreiben unseren enormen Respekt aus, da Sie als Vertreter unserer gemeinsamen Stadt Innsbruck erneut Courage gezeigt und am Ende entschieden haben, die große Mehrheit der vor dem Völkermord geretteten Kinder beim Namen zu nennen und sie vor dem Vergessen zu bewahren. Das ist ein sehr wichtiger und entscheidender Schritt, der beweist, dass in Innsbruck auf alle Aspekte einer modernen und gelebten Erinnerungskultur geachtet wird. Das wichtigste dabei ist, die Identität der Opfer, in diesem Falle, die der geretteten Kinder nicht zu verschweigen, was Sie mit Ihrer Entscheidung erfolgreich umgesetzt haben.

Aber nicht nur diese Punkte, sondern den gesamten endgültigen Textentwurf als Ganzes, der unserer Meinung nach am ehesten den historischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen nahe kommt, begrüßen wir sehr und gratulieren nochmals zu seinem Beschluss. Wir sind davon überzeugt, dass die Tafel am „Obexer-Haus“ bei der Öffentlichkeit breite Akzeptanz erfahren und einen bedeutenden Beitrag zur Erinnerung an Diana und ihre Helferinnen und Helfer leisten wird. Gleichzeitig hoffen wir auch, dass sie eine Inspiration für die Fortsetzung einer erfolgreichen Erinnerungskultur in Innsbruck und Österreich darstellen wird.

In der Hoffnung, dass wir Ihnen bald auch persönlich gratulieren werden können und weiterhin gemeinsam durch verschiedene Themen an einem erfolgreichen Miteinander in unserem wunderschönen und vielseitigen Innsbruck tätig sein werden, wünschen wir Ihnen nochmals alles Gute und viel Kraft und Gesundheit im Bezwingen des Covid19-Virus.
 
Hochachtungsvoll und mit freundlichen Grüßen,
Vorstand des Serbisch Orthodoxen Jugendvereins Innsbruck - SPOJI
 

© Stadt Innsbruck/Stadtarchiv

So lautet der beschlossene Text der an der Gedenktafel stehen wird:

Diana Budisavljević, geb. Obexer

1891–1978

Diana Budisavljević aus Innsbruck rettete während des Zweiten Weltkrieges mit Unterstützung von weiteren HelferInnen mehrere Tausend überwiegend serbische Kinder aus den Konzentrationslagern des faschistischen Ustaša-Regimes im damaligen „Unabhängigen Staat Kroatien“.

Erst Jahre nach ihrem Tod wurde ihr humanitäres Engagement auch hier in ihrer Heimatstadt bekannt. Mit dieser Tafel an ihrem Elternhaus gedenkt die Stadt Innsbruck dieser mutigen Frau.

Stadtgemeinde Innsbruck

 

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Foto Diana:

© Stadt Innsbruck/Stadtarchiv

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